ALLES GUT - TUTO BENE

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Nie hat er darüber nachgedacht, was wohl unter der Oberfläche zu finden wäre, zumindest in letzter Zeit nicht. Das lag nicht nur an der vielen Arbeit. 

Denn wie sollte er daran denken, da er nichts suchte. Ungeachtet dessen, dass wir etwas finden können, ohne danach zu suchen. Vielleicht würden wir es nicht finden nennen, sondern erscheinen oder auftauchen. Plötzlich ist etwas einfach da, ohne dass wir es zuvor bemerkt hätten und ohne dass uns zuvor bewusst war, wie lange es bereits da ist und auf Entdeckung wartet. Wie Luft auf der Haut, die wir erst dann spüren, wenn sie einen bestimmten Aufdruck angenommen hat. Ein leiser Hauch auf der Wange, wie ein flüchtiger Kuß, kaum bemerkt bereits vergangen.

Über all das denkt der Mann nicht nach, als er sich sein Handtuch über die Schulter wirft und voller Freude den Pfad hinunter zum Strand läuft. Er windet sich, der Pfad und sein Anfang verrät nichts von der wunderbaren Aussicht die sein Ende bietet. Könnte der Mann ihn von der Luft aus sehen, wie die Seevögel, die über ihm kreisen, könnte er vermuten, da läge eine Schlange auf der Lauer.

delphin

Er aber fragt sich, ob er sie wiedersehen wird. Die Delphine, die er vergangene Woche sah, gerade nah genug, um sie erkennen zu können. 

Es kommt, wie es kommen soll, ohne Druck und er denkt nicht weiter darüber nach.

Frisch ist es, das Wasser, in den frühen Morgenstunden. Ihm kribbeln Arme und Beine. Nach nur wenigen Schwimmzügen aber, verschwindet das Kribbeln und er genießt es zu schwimmen. Einfach zu schwimmen ganz ohne Druck im Meer wie ein Delphin, denkt er gerade als ein Schatten unter der Oberfläche auf ihn zukommt. 

Und dann ein Klicken. Er dreht sich um, so gut, wie es im Wasser eben möglich ist sich zu drehen. Ein zweiter Delphin steigt hoch aus dem Wasser und schnellt dann wieder hinab, um einzutauchen in das tiefblaue Nass. Sie scheinen ihn zu begrüßen. Alles in Ordnung? Alles gut? Wieder und wieder durchbrechen sie die Grenze zwischen Wasser und Himmel. Folge uns unter die Oberfläche, es ist lustvoll, scheinen sie ihm zuzurufen. Seine Arme und Beine kribbeln erneut, doch dieses Mal nicht vom frischen sauberen Meerwasser.
Und er versucht es. Tut es den Delphinen gleich im Spiel, im Rausch ohne nachzudenken ohne Druck an diesem hellen Tag. Einfach so ...


März 2018 - ZwielichtPOESIE

© malsehen *2016